DPG02 TOUCH

NEUES PRÜFGERÄT DPG02 TOUCH

23.10.08 11:52 Alter: 3 Jahr(e)

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Rubrik: Gas, Allgemeines

Von: fr

Überarbeitung der Technischen Regeln für Gasinstallation

LM06 TOUCH premium

Die Überarbeitung der Technischen Regeln für Gas-Installation wurde bereits im Jahre 2003 in Angriff genommen und vom Technischen Komitee „Gasinstallation“ abgeschlossen. Dann folgte der übliche Pfad der Zulassung eines DVGW-Regelwerks. Im Januar 2007 erschien der Gelbdruck (Entwurf) der neuen TRGI. Am 30. April 2007 lief die Einspruchsfrist ab. Nach der Diskussion der Einsprüche - es sollen über 500 gewesen sein – folgten im September 2007 weitere Abstimmungen. Im Mai 2008 erfolgte die Auslieferung des neuen Regelwerks TRGI 2008 mit 262 Seiten.

 

Zwischenzeitlich werden Veranstaltungen mit einem abgestimmten Schulungskonzept zur TRGI 2008 angeboten. Hier kommt die Praxis zur Prüfung der Gasinstallation bei Neuanlagen auf Dichtheit und Leckmengenmessung zu Kurz. Ich möchte mit diesem Fachaufsatz auf die Praxis der Prüfungen eingehen (was nutzt es einem Autofahrer, wenn er nur die Theorie vermittelt bekommt, aber keine praktischen Fahrstunden absolviert).

 

Prüfung mit mehr Druck und Geduld.

Die ehemalige Vorprüfung heißt jetzt Belastungsprüfung und die Hauptprüfung wird jetzt als Dichtheitsprüfung bezeichnet. Damit wird deutlich, dass beide Prüfungen an neu installierten Leitungen erforderlich sind. Die Belastungsprüfung wird mit einem Druck von 1 bar mit einer Genauigkeit von 0,1 bar (100 hPa) genau angezeigt. Die Dichtheitsprüfung ist mit einem Druck von 150 mbar (150 hPa) durchzuführen. Mit der neu eingeführten Anpasszeit für den Temperaturausgleich in Abhängigkeit des Rohrvolumens gibt es hier eine große Änderung.

 

 

Leitungsvolumen

Anpass-ungszeit

Mind. Prüfdauer

[]

< 100 l

10 min

10 min

[]

100 l < 200 l

30 min

20 min

[]

≥ 200 l

60 min

30 min

 

Hier sei angemerkt, dass doch ca. 95% der „Gasinstallation“ ein Leitungsvolumen kleiner 100 l haben.

 

Zugeordnet ist die Gebrauchsfähigkeitsermittlung (Leckmengenmessung) jetzt den Prüfmethoden. War eine bestehende Gasleitung bislang (DVGW-Arbeitsplatt G 624) vermindert gebrauchsfähig, durfte sie eine Leckmenge von 1 l/h bis einschließlich 5 l/h aufweisen. Bei der neuen TRGI reicht die Spanne jetzt nur noch bis zu einer Leckage mit weniger als 5 l/h Gasverlust. Empfohlen wird die Leckmenge mit Leckmengenmessgeräten zu prüfen, die nach DVGW-VP 952 zertifiziert und mit einem DVGW-Prüfzeichen versehen sind. Für jede Messung ist es jetzt Pflicht, die Prüfungsergebnisse mit Prüfungsprotokollen festzuhalten. Neben der festgestellten Leckage ist auch der bauliche Zustand der Anlage und das drum herum mit in die Bewertung aufzunehmen. Es kann nicht sein, dass eine Leitung mit erheblichen baulichen Mängeln (z.B. Korrosion, defekte Befestigungen, keine Hinterlüftung im Rohrschacht) mit weniger als 1l/h Leckage aufweist als unbeschr. gebrauchsfähig gilt.

 

 Weiter wurden bisher die gesamten Verteilungsleitungen bis hin zur Zählerstellung als ein Leitungsabschnitt angegeben. Mit der neuen TRGI gibt es nun die Möglichkeit, auch die Leitung zwischen Gaszähler und Gasgerät in Abschnitte aufzuteilen. So ist es nun erlaubt, die Leckage der Kellerleitung (meist auf Putz) der Steigleitung und der Leitung innerhalb der Wohnung gesondert zu ermitteln. Bei der Instandhaltung wird dann mit den einzelnen Abschnitten wie bisher mit der kompletten Leitung verfahren. Eine verminderte gebrauchsfähige Gasleitung muss nach der Instandsetzung nur noch insgesamt unbeschränkt gebrauchsfähig sein, der instand gesetzte Abschnitt aber dicht nach Dichtheitsprüfung. Liegen zwei oder mehrere Gasleitung innerhalb eines Installationsschachtes oder Raumes, so sind die Leckraten im Gesamten zu bewerten. Alle 12 Jahre ist eine Wartung und Überprüfung der Gasanlage auf Funktion Gebrauchsfähigkeit bzw. Dichtheit fällig.

Es scheint sicher wichtig und sinnvoll, eine Schulung über die neue TRGI 2008 zu besuchen. Wichtig sind jedoch auch die Handhabung und der richtige Umgang mit Messgeräten. Zu prüfen ist auch, ob vorhandene Messgeräte auf die neuen Prüfanforderungen angepasst bzw. umgestellt werden können. Hierzu sollte man sich bei den Herstellern informieren.

 

Als letztes ergibt sich noch die Frage, ab wann gilt die neue TRGI?

Mit der Veröffentlichung. Seit April/Mai 2008 wird die neue TRGI 2008 angeboten und dies gilt als Start. Es sei zwar üblich, dass es für Fachkreise einer Übergangsfrist von etwa einem halben Jahr bedarf, doch ändert dies nichts am Verfahrensweg. Hier ist eine Absprache mit dem Gasversorger sicher klärend.

 


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